Schule vom Kind her entwickeln

Schule vom Kind her entwickeln
13.01.2017

Liebe Verdenerinnen und Verdener,

der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 30.08.2016 das Konzept zur Umsetzung der neuen Sekundarschule in Verden beschlossen. Worum geht es hierbei und wie ist man zu dem jetzt vorliegenden Ergebnis gekommen?
Bedingt durch den demografischen Wandel muss es auch in Verden an den weiterführenden Schulen zu Veränderungen kommen, um künftig ein breites und vielfältiges pädagogisches Angebot gewährleisten zu können. Den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik ist bewusst, dass an der Haupt- sowie an der Realschule eine sehr gute Bildungsarbeit geleistet wird. Um diese gute Arbeit nicht durch ideologisch geführte Schuldebatten zu gefährden, hat der Verwaltungsausschuss bereits am 09.04.2013 beschlossen, einen Arbeitskreis zur Bildung einer Sekundarschule einzurichten. Oberstes Ziel war es, einen Schulstreit wie in der Nachbarstadt zu vermeiden. Unter dem Titel „Verdener Weg“ wurde zunächst erarbeitet, was eine Sekundarschule unter den in Verden bestehenden Rahmenbedingen leisten soll. Unter Beteiligung der Ratsfraktionen, Verwaltung, Lehrervertretern, Elternvertretern, Schülervertretern sowie Experten der Landesschulbehörde wurden zunächst pädagogische Leitsätze für eine Sekundarschule in Verden erarbeitet, welche bereits 2014 öffentlich vorgestellt und am 09.12.2014 vom Stadtrat beschlossen wurden. Hierin heißt es unter anderem: „Ein pädagogischer Ansatz ist, die Schule aus Sicht der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln. Das pädagogische Schulkonzept soll eine individuelle Förderung aller verschiedenen Schülerinnen und Schüler sein, ein Lernen und Lehren mit Freude sowie eine gute Berufsorientierung bieten.“

In Anschluss hatte eine Expertengruppe die Aufgabe zu untersuchen, in welcher Schulform die pädagogischen Leitsätze am besten umzusetzen sind. In 13 Sitzungen haben sich die Pädagogen von Grundschulen sowie Haupt-,Real- und Förderschule und Vertreter der Landesschulbehörde mit den unterschiedlichen Schulformen befasst und in intensiver Arbeit abgewogen, welche Schulform für Verden am geeignetsten ist. Dies auch unter Berücksichtigung der beiden bestehenden Gymnasien sowie des Fachgymnasiums an der BBS. Die Expertengruppe hat regelmäßig Zwischenberichte sowohl an den Arbeitskreis als auch an den Schulausschuss geliefert. Insgesamt muss man feststellen, dass es sich in dem drei Jahre dauernden Prozess um ein sehr transparentes Verfahren gehandelt hat. Allen Beteiligten war von Beginn an klar, dass das pädagogische Konzept und die Ausgestaltung des Unterrichts im Mittelpunkt stehen sollen und die Schulform eine untergeordnete Rolle spielt.
Der Stadtrat hat am 30.08.2016 beschlossen auf die Empfehlung der Expertengruppe hin , die neue Sekundarschule ab dem Schuljahr 2018/2019 in der Rechtsform einer Oberschule einzurichten. Die Landesschulbehörde hat die Einrichtung der Oberschule bereits genehmigt und unterstützt den „Verdener Weg“ durch die Bildung einer Planungsgruppe bereits im Februar 2017, üblich wäre zu Beginn des Jahres 2018 gewesen.
Weitestgehend ist es gelungen, über Parteigrenzen hinweg mit dem „Verdener Weg“ den Schulfrieden in Verden zu bewahren. Leider wird von der Partei Die Linken jetzt durch Presseveröffentlichungen suggeriert, hier hätte etwas hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Die Linke fordert ideologisch bedingt eine IGS. Schade, dass versucht wird, diese Debatte nach einem fast vierjährigen Diskussionsprozess wieder zu eröffnen, nachdem Landesschulbehörde und Landkreis bereits grünes Licht für die neue Sekundarschule gegeben haben.

Insgesamt sollten wir aber stolz darauf sein, dass es gelungen ist, für die künftige Schulform einen breiten politischen und öffentlichen Konsens herzustellen. Allen Beteiligten gilt mein besonderer Dank, insbesondere den Mitgliedern der Expertengruppe. Schulstreit hilft den Schülern nicht weiter. Es ist nicht entscheidend, welches Türschild an der Schule steht, sondern wie der Unterricht gestaltet wird. Mit den engagierten Lehrkräften an Haupt- und Realschule wird es auch künftig gelingen, ein sehr gutes Schulangebot in einer neuen Schulform in Verden anzubieten.

Jens Richter, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion